Was für ein toller Abend gestern in Trossingen für eine geborenen Trossingerin.

Schon die Location: Das Kesselhaus. Einst sorgte das Kesselhaus mit Dampf für die Elektrizität des ganzen HOHNER-Fabrikimperiums. Jetzt ist es ein Kulturzentrum und Frank Golischewski sorgt unermüdlich - trotz Corona - für interessante Aufführungen. Und ich durfte auch kommen und habe mich riesig darüber gefreut.

Und klar: Heimkommen ist besonders. Freunde sind da, meine erste Freundin aus der Grundschule, ehemalige Reiterkollegen (45 Jahre zurück), die nun 90jährige Mama meines Abi-Freundes Lesley, ehemalige Nachbarn und viele, die mir etwas zu erzählen hatten.

 

Es war einfach nur schön. Und ich habe versucht, den Abend abwechslungsreich zu gestalten - klar mit Geschichten von damals, aber auch mit verschiedenen Happen aus verschiedenen Büchern: Mal nostalgisch (Suche impotenten Mann fürs Leben), mal spannend (Scheidung nie - nur Mord), mal sexy (Lebenslang mein Ehemann?), mal pubertierende Töchter-geplagt (Ran an den Mann), mal von der Familie gejagt (Plötzlich Millionärin, nichts wie weg) und zum Schluß natürlich meinen eignenen Lieblingshappen: Leidenschaft in Rot.     

 

Und dann das Interview mit Frank. Wir kennen uns seit einer swr-Geschichte in Mainz. Das ist lang her. Aber er konnte mich natürlich wunderbar interviewen - und ich hatte nicht nur meine Melodika-Urkunde von 1965 dabei, sondern auch ein ganz besonderes, persönliches  Stück: Den Mantel, den meine Mutter vor rund 70 Jahren in Trossingen gekauft hatte. Der passte wunderbar zu dem handgemalten Outfit von Eglantina Frroku (Hose/Jacke) - das möchte ich sagen, denn sie ist eine tolle Stuttgarter Designerin, die jede Unterstützung verdient hat.

 

Fazit: Ich danke allen, die da waren, die nicht gehen wollten, die so viele Fragen hatten. Und Reinhard für den tollen Ton und Ralf Pfründer für die Fotos.  Leider gab es keinen Büchertisch - die Trossinger Buchhandlung hat da kein Interesse - so habe ich eben unterschriebene Autogrammkarten zum Einkleben verteilt. In Zeiten wie diesen ... muss man erfinderisch sein :-)

 

Aber ganz klar das Fazit-Fazit: Wenn  ich darf, dann komme ich wieder.

Auch, weil es immer was zum Lachen gab :-)

 

Corona hat seine Schattenseiten. Das zeigte sich bei den Menschen, die nicht gerade einen bombensicheren Job haben, recht schnell. Ladenbesitzer, Veranstalter, Künstler: Geldmangel, Existensängste. Und dann Ärger darüber, dass die großen Firmen, die jahrelang super verdient haben, wie BMW oder Adidas auch noch auf Kosten der Steuerzahler absahnen wollen. Oder dass es schon wieder Betrüger gibt, die die Notsituation vieler ausnützen wollen.

 

Aber bei allen eigenen Sorgen um Geld und Gesundheit, brachte es den meisten auch eine schöne Erfahrung: Zeit zu haben. Schauspieler Matthias Schweighöfer sagte das in einem Interview sehr schön - er hat endlich Zeit für seine Familie. Sie sind gemeinsam auf einem kleinen Bauerhof und er genießt es, mal nicht vorne mit dabei sein zu müssen. Casting, neue Filme, sich zeigen, schnell, schnell, schnell ... niemand da, gegen den er anrennen muss. Keine Konkurrenz in Sicht, keine Aufgaben, denen er sich stellen muss, keine wichtigen Veranstaltungen. Dafür Zeit für seine Frau, seine Kinder, für sich selbst. Natur genießen, sich mal wieder nach einer Blume bücken.

Diese Erfahrung habe ich auch gemacht. Keine Autos unterwegs, keine Menschen unterwegs, kein Gedränge. Das Leben zu zweit genießen. Den Garten, die Tiere, die Wolkenbilder. In sich hineinhorchen. Zurückdenken, meine Kindheit, meine Jugend, meine Eltern. Es gibt so vieles, für das ich dankbar sein kann. Daran habe ich einfach mal gedacht. An meine Zeit als Alleinerziehende, wie ich das alles trotz vieler Hindernisse geschafft hat. Zeit, sich auch mal auf die Schulter zu klopfen und darüber freuen, dass es die Tochter auch geschafft hat, oberwohl es nicht immer einfach war. Einfach mal innehalten: Wer bin ich, was tu ich und wo will ich hin.

Ohne Corona hätte das keiner von uns getan, da bin ich mir sicher.

Ich auch nicht.

 

Lebenslang mein Ehemann?

Liebe Leser und liebe Leserinnen, wie kam ich auf diese Idee?

 

Ein Buch braucht immer einen Anstoß. Bei mir ist es manchmal nur ein Wort oder ein Satz, der mich neugierig macht. Und wenn mich etwas neugierig macht, fängt mein Journalistenhirn an, darüber nachzudenken. Dann schaltet sich irgendwann das Schriftstellerinhirn ein und findet, dass dies doch eine richtig gute Geschichte wäre ...

Bei "Lebenslang mein Ehemann?" gab meine Tochter den Anstoß. Sie arbeitete im Bankenviertel von Frankfurt und kam übers Wochenende zu mir an den Bodensee, nach Hause. Und beim Abendessen erzählte sie so aus ihrem Banken-Leben und sagt dann plötzlich: "Aber ganz schräg sind diese Hochhaus-Hyänen."

Hochhaus-Hyänen? Das ließ mich aufhorchen.

Was sind denn bitte Hochhaus-Hyänen?

Na, das sind die Frauen, die die vermögenden Banker abends oder nachts, wenn sie die Bank verlassen, abgreifen. Und denen geht es nicht um eine Nacht oder eine Woche, denen geht es darum, die Frau an seiner Seite zu werden und somit ausgesorgt zu haben.

Und die Männer?, wollte ich wissen. Die kapieren das doch wohl?

Die sind froh, wenn sie zu Hause nicht mehr diskutieren müssen, ihre oft gleichaltrigen Frauen sind ihnen zu anstrengend. Diese Männer sind geschieden oder denken über Trennung nach - und wollen so eine Scheckkarten-Beauty, eine, die gut aussieht, mit einer Kreditkarte leicht zufrieden zu stellen ist und keine Probleme macht. Eine Hochhaus-Hyäne, eben.

Donnerwetter, dachte ich. Aber was ist, wenn die toughe Ehefrau anders reagiert, als es sich so ein Bank-Hengst denkt?

Somit waren Amanda, die Hochhaus-Hyäne, Alex, der Banker, und Susan, seine Ehefrau geboren. Der Zufall wollte es, dass ich kurz zuvor von den Granny-Aupairs gehört hatte. Also recherchierte ich und rief die Agentur in Hamburg an. Michaela Hansen, die Chefin, vermittelte mir eine Frau, die schon das vierte Mal als Granny-Aupair in Shanghai gewesen war. Also ließ ich Susan kurzerhand nach Shanghai zu einer Familie fliegen ... und ich flog auch hin. Schließlich wollte ich wissen, was Susan dort erleben könnte.

Und so ist vieles aus meinem Buch aus dem Leben gegriffen.

Und wer das Buch liest, wird sogar die Fotos wiedererkennen, die Sie unterhalb finden.

Bei politischen, landschaftlichen oder wirtschaftlichen Fragen, deren Antworten ich vor Ort nicht gefunden habe, halfen mir übrigens die beiden Autoren und China-Kenner Kai Strittmatter und Oliver Zwahlen. Und so kann man beim Lesen dann durchaus auch etwas über China, die Kultur und die Gepflogenheiten lernen. 

Viel Spaß dabei, Ihre Gaby Hauptmann

 

 

Auf Safari

Liebe Leser, liebe Leserinnen,

wenn Sie mein neues Buch lesen, tun sich vor Ihrem inneren Auge Bilder auf, die die Fantasie Ihnen schenkt. Um meine Geschichten zu schreiben, brauche ich allerdings entsprechende Recherche und die Erfahrung: Den Busch in Südafrika kann ich deshalb so authentisch schildern, weil ich schon fünf Mal dort war - und das alles erlebt habe, wovon ich in meinen Bücher schreibe. Im Gegensatz zu mir reitet meine Heldin Steffi aber nicht durch den Busch, sondern lässt sich diese Abenteuer von Mike und den anderen Reitern schildern … :-)

Aber alle Fotos, die Sie hier sehen, führen Sie von der realen Welt direkt in die Welt meines Romans - und Sie werden vieles wiedererkennen.

Viel Spaß,

Ihre Gaby Hauptmann