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Frauenhand auf Männerpo Manchmal fragen mich Illustrierte nach Kurzgeschichten, meist zu einem betimmten Thema, oder auch ein Rundfunksender hätte mal gern etwas, das sind dann die Momente, da ich mich in ein Thema hineinfallen lasse und schaue, was dabei herauskommt. Aber manchmal läuft es auch umgekehrt. Du schaust irgendwo hin, dir fällt was auf, du hörst einen Satz oder siehst eine Situation, und schon hast du ein Bild vor Augen und es entwickelt sich eine Geschichte. „Frauenhand auf Männerpo“ ist so eine Sammlung kleiner Geschichten und Lebensweisheiten wie: Mütter Mütter können fürchterlich nerven, weil sie immer alles besser wissen wollen. Wenn man klein ist, muß man sich eine Jacke anziehen, obwohl man überhaupt nicht friert. Wird man größer, darf man mit diesem Rock nicht auf die Straße, weil er zu kurz ist. Beginnt man zu studieren, ist man der mütterlichen Fürsorge ausgesetzt. Dann werden die Kommilitonen begutachtet. Muß es denn der mit dem Ring in der Nase sein, könnte es nicht der Fabrikantensohn...? Wird der Haushalt gegründet kommt das unvermeidliche: „Ich mach´s aber immer so...“ Und kommen die Kinder, wird kräftig miterzogen. „Mit schmutzigen Fingernägeln an den Tisch, daß du das erlaubst!“ Dann kommt man mit vierzig in das Alter, in dem man spätestens keine Mutter mehr braucht, aber beginnt, sich freiwillig Ratschläge einzuholen. Mit fünfzig bangt man dann, daß die Mutter noch lange leben möge und mit sechzig sitzt man am Tisch seiner Tochter und bemängelt, daß sich ihr Sohne mit schmutzigen Fingernägeln an den Tisch setzt...
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